Dienstag

Veranstaltungshinweis "Zapfenstreich" 20. Februar - Weiße Lamm

Ein Aussteiger aus der Neonazi-Szene berichtet am 20.02. ab 19 Uhr im Weißen Lamm. Felix Benneckenstein berichtet außerdem über seine Bemühungen beim Aufbau der Aussteigerhilfe Bayern.
Kommt vorbei könnte ganz interessant werden, weitere Informationen unter: http://www.stadtzeitung.de/augsburg-city/lokales/ausstieg-aus-der-neonaziszene-bericht-eines-ex-neonazis-d21173.html

Sonntag

Die radikale Rechte in Bayern - Ein Beitrag von Robert Andreasch

Da aus organisatorischen Gründen es keinen Mitschnitt vom Vortrag "Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern" gibt, sei auf einen sehr interessanten Artikel, von Robert Andreasch verwiesen, der auch wesentliche Inhalte des Vortrags nochmal zusammenfasst.
Der Artikel mit Titel "Widerstansschritte" ist auf dem AiDA-Archiv zu finden. Eine absolute Leseempfehlung!
Der Artikel von Robert Andreasch wurde zuerst in der Zeitschrift „Lernen aus der Geschichte“ (LaG) veröffentlicht, deren Ausgabe 9/2016 im November unter dem Thema „Extreme Rechte und Möglichkeiten präventiver Bildungsarbeit“ erschienen ist.
Die radikale Rechte in der Bundesrepublik, zwei Jahre nach dem ersten PEGIDA-Spaziergang in Dresden. Ein Ein- und Ausblick von Robert Andreasch, veröffentlicht in: „Lernen aus der Geschichte“, 9/2016.
20. Oktober 2014: Beim ersten PEGIDA - („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) Marsch laufen rund 350 Menschen durch Dresden, am 12. Januar 2015 gehen dort fast 20 000 rechte Akteur_innen und „Wutbürger_innen“ auf die Straße. 13. März 2016: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geben 23,1 Prozent der Wähler_innen ihre Stimme der „Alternative für Deutschland“ (AfD).
Das Reservoir derjenigen, die aktiv auf der Straße oder bei Wahlen für eine radikal rechte Politik eintreten, speist sich aus der Vielzahl von Menschen, die hier diesbezügliche Einstellungen teilen. Die „Leipziger Mitte-Studie 2016“ zeigt deutlich, wie groß der fruchtbare Nährboden beispielsweise für rassistische oder homophobe Propaganda ist: 41,4 Prozent der Befragten gaben an, Muslimen solle die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. 40,1 Prozent halten es für „ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen“ (Decker, Kiess, Brähler 2016).
Kittthemen
Die radikale Rechte in der Bundesrepublik ist eine ausdifferenzierte, dynamische, manchmal auch widersprüchliche Bewegung. Was sie aber eint, und das gilt für die „Alternative für Deutschland" bis zur neonazistischen Szene, für flüchtlingsfeindliche Bürgerinitiativen bis zu rechtsterroristischen Netzwerken gleichermaßen, sind die aufgegriffenen Thematiken. Das ist aktuell in erster Linie der auch in größeren Teilen der Bevölkerung geteilte, rassistische Hass auf Geflüchtete. Daneben haben sich auch die Abwertung Homosexueller, das Propagieren strikter Zweigeschlechtlichkeit oder das Einfordern stärkerer „nationaler Souveränität“ als „Kittthemen“ herausgeschält. Themen, die nicht nur die rechten Organisationen untereinander verbinden, sondern helfen sollen, die Kluft zwischen der radikalen Rechten einerseits und der Bevölkerung andererseits zu überbrücken.
Dramatisierung
Die Bewegung von rechts eint der Wunsch nach einem grundlegenden Wandel in der Bundesrepublik. Die herkömmlichen politischen Akteur_innen sowie zunehmend auch Journalist_innen und Kulturschaffende werden als schädlich wahrgenommen („Volksverräter!“). Man inszeniert sich als Fundamentalopposition gegen das „System" („Merkel muss weg!“, „Nationaler Widerstand!“) und wähnt sich - in der apokalyptischen Übertreibung, die der deutschen Rechten seit jeher eigen ist - kurz vor dem „Bürgerkrieg" gegen die als die „Anderen“ konstruierten Feinde. Das unablässig selbst geschürte Gefühl einer angeblichen Bedrohung verschafft der rechten Bewegung schließlich eine kollektive Identität. Man führt den völkischen Kampf gegen den angeblichen „großen Austausch" der deutschen Bevölkerung oder zieht in den Kulturkampf gegen „Islamisierung“ und „Genderwahn“. Dass man das eigene, aggressive Handeln als „Widerstand“ oder „Selbstverteidigung“ darstellen kann, scheint dabei besonders attraktiv zu sein.
Protest
Vielleicht ist das alles gar nicht so neu. Weil die Gesellschaft aber nach rechts gerückt ist, ergeben sich für die radikale Rechte plötzlich mehr Spielräume und Handlungsmöglichkeiten. An mehr und mehr Orten trifft gewissermaßen ein rechtes Angebot nun auf eine Nachfrage. Nachdem ein rassistischer und antifeministischer Mob schon seit längerem in den sozialen Netzwerken oder den Kommentarspalten deutscher Tageszeitungen die Sau rauslässt, tritt die Bewegung von rechts nun mit unterschiedlichen Formen des Protests auch auf die Straße; versucht mit Infoständen, Kundgebungen, Aufmärschen und Patrouillen den öffentlichen Raum zu besetzen. Immer wieder kommt es dabei zu Angriffen auf Gegendemonstrant_innen oder Medienvertreter_innen. Die Teilnehmer_innen rassistischer Märsche vollziehen ihr „Freund-Feind“-Denken gewissermaßen auch formal: Um uns herum stehen nur Feinde; nur wir Versammelten folgen dem gesunden Menschenverstand; und weil wir das Volk sind, haben wir Recht. Für Argumente, Diskussion und Reflektion gibt es hier keine Chance. Nein, jetzt und sofort soll der behauptete „Bürgerwille“ (Grenzen schließen, Politiker_innen verhaften etc.) - unabhängig von institutionellen und legislativen Vorgaben - umgesetzt werden. Der „Protest“ und „Widerstand" von Bürger_innen ist hier zu einem komplett antidemokratischen Projekt geworden.
Organisationen
Es sind nicht mehr die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) oder ihre Konkurrenzparteien „Der dritte Weg“ und „Die Rechte“, die die Spitze der Bewegung bilden. Die Anhänger_innen neonazistischer Gruppen machen jedoch die Erfahrung, dass sie bei rassistischen Versammlungen oft selbstverständlich geduldet oder sogar eingebunden werden. Neonazis schließen sich mancherorts in männerbündischen „Bruderschaften“ und Hooligan-Bündnissen zusammen, die „Identitäre Bewegung“ versucht sich als attraktive, antimoderne Jugendopposition zu inszenieren. Versammlungen radikal rechter Initiativen wie PEGIDA dienen dann als Sammelbecken für die Akteur_innen der unterschiedlichen rassistischen Spektren, die sogenannten „Demos für Alle“ erfüllen den Zweck entsprechend für Homophobe und Antifeminist_innen. Als „Bewegungspartei“ gilt zunehmend die AfD. Viele ihrer Führungsfiguren versuchen, mit völkischer Hetze und reaktionärer Aufstandsrhetorik gegen die „etablierte Politik“ das Koordinatensystem noch weiter nach rechts zu verschieben.
Strategien
Neben den oft situativen, lokalen Mobilisierungen („Nein zum Heim!“) kann man in der radikalen Rechten auch die gezielte Entwicklung längerfristiger Strategien beobachten. Mit der Gründung der sogenannten „Bürgerinitiative Ein Prozent“ beispielsweise erhoffen sich rechte Aktivist_innen, zukünftig über einen finanziellen und organisatorischen Unterbau in Größe und Diskursmacht etwa von „Greenpeace“ zu verfügen. Für „Ein Prozent“ verfasste der bekannte neurechte Vordenker und PEGIDA Redner Götz Kubitschek vom sogenannten „Institut für Staatspolitik“ im sachsen-anhaltinischen Schnellroda im Herbst 2015 sogenannte „Widerstandsschritte“ - Handlungsanweisungen für die radikale Rechte in der aktuellen Situation. Grenzaktionen und „Massendemonstrationen“ à la PEGIDA waren die ersten Kapitel, später ging es dann um Straßenblockaden („um Asyltransporte an der Weiterfahrt zu hindern“) und - in einem Gastbeitrag - um „Spontandemonstrationen“, die bewusst nicht mehr bei den Behörden angemeldet werden. Der Chef der „Identitären Bewegung Österreich“, Martin Sellner (Wien), empfahl in einem Interview mit dem rassistischen „Compact“-Magazin im September 2016 der deutschen Rechten eine „Zuspitzung“ durch eine „Maidanisierung“, das heißt eine „Besetzung öffentlicher Räume durch die Opposition nach dem Vorbild der ukrainischen Hauptstadt im Winter 2013/2014“. In einem programmatischen Text „Wir werden Handeln“ rief wiederum Kubitschek im August 2016 seine Anhänger_innen auf, keinen Wert mehr auf „politische Klugheit“ zu legen. Von nun an sei ein offensives „Handeln“ das Maß aller Dinge: „Störe die Ordnung, um die Ordnung zu bewahren“.
Selbstermächtigung und Gewalt
Was heißt das, wenn ausgerechnet die staatsfixierte deutsche Rechte dazu aufruft, die Ordnung zu stören? Ihre Akteur_innen wollen offensichtlich „das Recht“ in die eigene Hand nehmen, um ihre eigenen Ordnungsvorstellungen durchzusetzen - was sie von den Behörden nicht mehr erwarten. Der Soziologe Matthias Quent hat am Beispiel rechter „Bürgerwehren“ darauf hingewiesen, dass hier ein „vigilantistischer“ Teil der Bewegung hervortritt, der sich selbst ermächtigt, unter Verletzung der Gesetze gegen Minderheiten vorzugehen. Die Gewalttäter_innen konstruierten „Ausnahmesituationen, aufgrund derer sie vermeintlich gezwungen sind, Gewalt bis hin zu Morden auszuüben“ (Quent 2016). Diese „Selbstermächtigung“ durchzieht längst die gesamte soziale Bewegung von rechts: Rassist_innen nehmen sich das Recht heraus, Menschen aus völkisch-nationalistischen Gründen zu diskriminieren. Aufgeheizte Wutbürger_innen übersetzen ihren Frust und ihren Hass zunehmend in politisches Handeln. Rassist_innen ermächtigen sich, Geflüchtete und ihre Unterkünfte anzugreifen. Im Jahr 2015 zählten allein die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in den neuen Bundesländern, Berlin und Nordrhein-Westfalen über 1.700 rechte Gewalttaten mit über 2.000 direkt Betroffenen.
Ausblick
Das lässt für die kommende Zeit nichts Gutes erwarten. Vermutlich wird es bei der „sozialen Bewegung von rechts“ nach der zu beobachtenden Phase des Aufschwungs auch zu Abschwüngen und Phasen der Stagnation kommen. Doch das Gefühl eines eventuellen Scheiterns wird bei den militanten rechten Akteur_innen - genauso wie das gegenteilige Gefühl einer zunehmenden Unterstützung aus der Bevölkerung - letztlich zu einer weiteren Radikalisierung führen. Schon einmal, das könnte man aus den Jahren vor und nach dem sogenannten „Asylkompromiss“ zwischen SPD und CSU 1992/1993 lernen, hat in einem rassistischen Klima ein Wechselspiel zwischen neonazistischer Gewalt bzw. Brandanschlägen auf Geflüchtetenunterkünfte einerseits und rassistischen Entscheidungen der Politik andererseits die Entstehung neonazistischer Terrorstrukturen wie dem späteren NSU-Netzwerk befördert.

Donnerstag

Faschingstreiben am Freitag den 24. Februar

Kollaria, der Fasching is da!

Wir laden zum lustigen Vereinsabend ab 21 Uhr - pünktlich zur fünften Jahreszeit bitten DJane Domenica und DJ Alte Socke am rußigen Freitag zum Tanz.

Smoothe musikalische Untermalung, festlich geschmückter Raum und umgängliche Menschen bieten Gelegenheit zum Entspannen in geselliger Atmosphäre. Dementsprechende (Ver)Kleidung ist erwünscht, jedoch selbstverständlich keine unbedingte Voraussetzung.

Freitag

Abschiebungen verhindern - Refugees Welcome

Pouya hat unter dem Druck einer Wiedereinreisesperre "freiwillig" Deutschland verlassen und versteckt sich seitdem vor den Taliban in Kabul.
Neben Pouya werden Woche für Woche weitere Menschen in die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit unter Zwang nach Afghanistan abgeschoben.
Was wir von Abschiebungen und menschenfeindlichen Asylpolitik halten, haben wir versucht in einer Transpi-Aktion auszudrücken.






Refugees Welcome!
Stop Deportation!


Donnerstag

Und auch die Rote-Hilfe ordnet das NPD-Verbot auch historisch in den Kontext des KPD-Verbots von 1956 ein und schreibt unter "Mit zweierlei Maß – zum gescheiterten NPD-Verbot"

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 17.01.2017 die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zwar als verfassungsfeindlich eingestuft, sie aber nicht verboten. Zu unbedeutend sei die Partei, so die Begründung dafür.
Zu gering sei ihre Wirkungsmacht,so das BVG und bezieht sich hierbei auf die Wahlergebnisse der Neonazi-Partei. Zugleich wird die Bedeutung der NPD als Stichwortgeber sowie organisatorisches Rückgrad im braunen Netzwerkes bagatellisiert. Gleiches gilt für die Verstrickung zahlreicher NPD-Funktionäre in gewaltätige Übergriffe gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte.
Damit geht das fragwürdige Urteil mit dem zunehmenden Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft konform. Rechtes Gedankengut sei zwar gefährlich, aber offensichtlich nicht so gefährlich, dass eine Partei mit „Wesensverwandtschaft zur NSDAP“ verboten werden kann.

Deutlich wird zudem wieder einmal, dass in der Rechtsprechung der Bundesrepublik Deutschland mit zweierlei Maß gemessen wird: Für das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) reichte 1956 bereits deren angebliche „aggressiv-kämpferische Grundhaltung“ und ihre marxistisch-leninistische Orientierung aus. Hierbei handelt es sich um ein bis heute nicht revidiertes Urteil, mit dem zumindest theoretisch alle Organisationen, die sich auf die KPD beziehen oder deren Nachfolge in Anspruch nehmen, verboten werden könnten. Dass dies auch heute noch praktische Folgen haben kann, musste vor rund eineinhalb Jahren eine Gruppe der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in München erfahren, als sie mit bezug auf eben jenes Verbot mit Razzien und Verfahren konfrontiert wurden.

Auch die Verbote gegen linke Parteien aus der Türkei, die sich gegen die Errichtung einer Präsidialdiktatur und den Krieg des AKP-Regimes gegen die kurdische Bevölkerung zur Wehr setzen, haben weiterhin Bestand. So sind zahlreiche Aktivist*innen aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) oder der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) inhaftiert. In München läuft derweil der größte Kommunisten-Prozess seit Jahrzehnten gegen zehn vermeintliche Mitglieder der Kommunistischen Partei der Türkei/Marxistisch-Leninistisch.
Hier wird der Gesinnungsparagraf 129b (Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung) bemüht, um die linke Exilopposition zu schwächen.

Unterdessen dürften die NPD und weitere Neonazi-Parteien das gestrige Urteil als Freibrief für ihre menschenverachtende Hetze begreifen.

Das seit Langem erwartete Urteil ist ein schwerer Schlag für alle Opfer rechter Gewalt und alle Verbände und Einzelpersonen, die sich gegen Rechts engagieren.Doch es gibt auch Anlass die antifaschistischen Aktivitäten zu verstärken, war doch auch vorher die einhellige Meinung der antifaschistischen Bewegung, dass mit einem Verbot allein der Neofaschismus  nicht zu besiegen ist. Hierfür wird es weiterhin kontinuierliche Erinnerungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie vielfältige Aktionen gegen das öffentliche Auftreten rechter Gruppierungen geben müssen.

Die Rote Hilfe e.V. unterstützt das aktive Engagement gegen Rassismus und Neonazismus und ist solidarisch mit allen, die aufgrund ihrer Aktivitäten gegen Rechts kriminalisiert werden.

Heiko Lange
für den Bundesvorstand Rote Hilfe e.V.

Zum NPD-Verbotsverfahren - VVN

Das Bundesverfassungsgericht entschied am 17.01.2017 kein Parteiverbot für die NPD auszusprechen.
Hierzu seien zwei lesenswerte Stellungnahmen empfohlen:
Die VVN schreibt hier am selben Tag "Versagt vor der Geschichte - Zum NPD-Verbotsurteil"

An allen Gedenktagen an die Opfer des NS-Regimes, so sicher auch am bevorstehenden 27. Januar, werden von den politisch Verantwortlichen in Deutschland Reden gehalten in denen man die Verbrechen des deutschen Faschismus benennt und ein „Nie wieder!“ verspricht.

Aber wenn es darauf ankommt die Konsequenzen aus den Millionen Opfern dieses verbrecherischen Regimes zu ziehen und zwar die allereinfachste und naheliegendste, nämlich dass die dafür verantwortlichen politischen Kräfte nie Gelegenheit erhalten dürfen einen erneuten Anlauf zur Errichtung eines ähnlichen menschenfeindlichen Regimes zu errichten, wird versagt.

Es wird aber nicht einfach aus Unvermögen, sondern, wenn man das Anti-Verbots- Trommelfeuer der letzten Monate in Politik und Medien betrachtet, es wird vorsätzlich versagt.
Eine neo-nationalsozialistische Partei soll es in Deutschland geben dürfen, das ist die Quintessenz all dieser Aktivitäten.

Zu den historischen Verbrechen des deutschen Faschismus gehören auch die knapp 200 Toten seit 1990 und die rassistischen Mobilisierungen der letzten zwei Jahre bei denen die NPD eine wesentliche Rolle gespielt hat. Sie hat Strukturen, Ideologie und hasserfüllte Parolen zur Verfügung gestellt, was sogar noch aus Steuermitteln finanziert wird. Das macht deutlich, dass von der NPD Gefahr ausgeht unabhängig davon, ob sie in Parlamenten sitzt oder nicht.
Außerdem wurde vorsätzlich darauf verzichtet, dem völkischen Nationalismus wie er auch durch die AfD vertreten wird, einen Riegel vorzuschieben.
Dazu sagen wir Nein: Faschismus gehört verboten, weil er keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. Die NPD hat, ebenso wie andere faschistische Gruppierungen keinen Anspruch auf Legalität.

An dieser Lehre der Geschichte halten wir fest.

Cornelia Kerth

Bundesvorsitzende
Karlsruhe, 17.01.17

http://vvn-bda.de/versagt-vor-der-geschichte-zum-npd-verbotsurteil/http://vvn-bda.de/versagt-vor-der-geschichte-zum-npd-verbotsurteil/

Mittwoch

MHP und Graue Wölfe im Reesetheater am 21.01.2017

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass eine türkisch-faschistische Gruppierung die der MHP und den sog. "Grauen Wölfen" nahesteht, für eine Veranstaltung das Reese-Theater gemietet hatte. Die Buchung blieb beim Kulturpark deshalb lange Zeit unentdeckt, weil für das Theaterstück der unverfängliche erscheinende Name eines türkischen Idealistenvereins genutzt hatte. Dennoch fiel dies einer kritischen Öffentlichkeit am Donnerstag der vergangenen Woche auf und weite Teile der Augsburger Stadtgesellschaft artikulierten Ihren Unmut, einer faschistischen Organisation die Räumlichkeiten in einer ansonsten bei der alternativen Szene beliebten Lokalität zur Verfügung zu stellen.
Der Eigentümer in Gestalt der Kulturpark West GmbH vergab die Chance, den Mietvertrag kurzfristig zu kündigen und damit ein Zeichen Faschismus zu setzen. Das Repertoire an Möglichkeiten als Eigentümer wäre ein breites gewesen und selbst für ein potentielles Risiko eines Rechtsstreits wäre die alternative Szene in Augsburg solidarisch zum Kulturpark gestanden.

Wir verurteilen entschieden jeden Form des Faschismus und sind stinksauer, dass die Grauen Wölfe nun schon zum vierten Mal in Augsburg politische Gegner einschüchterte, türkische Mitbürger als Volksverräter beschimpfte und ihre Vision von einem großtürkischen Reich vom Balkan bis nach Asien verbreiten konnte.
Der Umstand, dass dem Kulturpark die tatsächlichen Nutzer des Reesetheaters verschwiegen wurden und deshalb die Anmietung möglich war, sei dem KuPa nachzusehen. Spätestens jedoch ab Bekanntwerden, wer sich eingemietet hat, gibt's keine Entschuldigungen mehr. Mehr als zwei Werktage wären genug Zeit gewesen um eine juristisch wasserdichte Lösung zu finden, den Idealisten abzusagen. Das zu unterlassen, ist ein folgenschweres Signal und bleibt hoffentlich ein Einzelfall.

Nie wieder Faschismus!

Auf www.augsburg.de: http://www.augsburg.de/presse-medien/pressemitteilungen/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3867&cHash=ec47cecb9738711061b914cdaba88dee
Die AZ schrieb:
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadt-distanziert-sich-von-ultranationaler-tuerkischer-Auffuehrung-id40260677.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Tuerkische-Nationalisten-im-Reese-Theater-id40263292.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadt-verurteilt-Theaterstueck-von-ultranationalen-Tuerken-id40280727.html

Dienstag

Vokütreffen am 26. Januar um 18:00

Am kommenden Donnerstag, den 26. Januar findet um 18 Uhr ein Vokü-Treffen
statt. Besprochen wird, wie's weitergeht, Teams neueingeteilt usw. Die Vokü wie alles andere was in der Bäckerei stattfindet, gibt's deshalb weil Leute den Gedanken der Selbstverwaltung verstanden haben und praktizieren. Läuft bei uns? Nur solange es bei Dir läuft; Damit die Vokü weiterhin leckeres Essen zaubern kann, braucht's helfende Hände, denn: "Kampf beginnt am Herd"

Freitag

Vortrag "Unser Haus e.V. - Wie geht's weiter" 19. November 19:30

Da wir allen Interessierten wieder die Möglichkeiten geben möchten, sich ausführlich über das Thema, unser Vorgehen, das Projekt und den aktuellen Stand zu informieren, gibt es einen Infovortrag von uns mit anschließender Fragerunde und Platz für Gespräche.
Denkt daran wir brauchen noch viele Direktkredite zur Realisierung

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der GANZEN Bäckerei statt, Frauentorstraße 34 statt.

Datum: 19. November
Beginn 19:30

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Sonntag

Start der Vortragsreihe "Alles für Deutschland? - Entwicklungen von Faschismus und Rassismus in Europa - und Konsequenzen"

Der AK Vorbereitung hat im Laufe des Frühjahrs und Sommers eine sehr vielversprechende Vortragsreihe organisiert.
Alles nachzulesen unter: https://wintervortragsreihe.tumblr.com

Die fünf Veranstaltungen der Reihe finden wie folgt statt:
Sonntag, 25. September, 19:00: Faschismustheorien – Eine Einführung
Freitag, 14. Oktober, 20:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa

Freitag, 11. November, 20:00 Uhr: „Ja, das ist Heidegger.“ (Björn Höcke)
Terminänderung -Freitag, 25. November, 19:00: Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA
Freitag, 9. Dezember, 20:00 Uhr: Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern

Alle Veranstaltungen beginnen rel. pünktlich und bei freiem Eintritt. Spenden sind erwünscht.

Die Entwicklung nationalistischer Organisationen in Europa macht rasante Fortschritte, rassistische Bewegungen und Parteiprogramme erhalten bedrohlichen Zulauf, Angriffe auf Menschen aus gesellschaftlichen Minderheiten oder Einrichtungen für sie sind quasi auf der Tagesordnung, Faschisten sind dabei immer wieder Impulsgeber, Anschieber, Organisatoren. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen aus, dass solche Erscheinungen Unterstützung aus allen Kreisen der Gesellschaften erhalten.
Die ökonomische und politische Machtposition Deutschlands in Europa spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Neben der Analyse der Ursachen für solche gesellschaftlichen Entwicklungen soll auch die Untersuchung des Verhaltens bzw. Nichtverhaltens linker Gruppierungen und Einzelmenschen in dieser Veranstaltungsreihe behandelt werden.

Faschismustheorien – Eine Einführung

Freitag, 25. September, 9:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in
In der Faschismustheorie geht es um die Beschreibung und Erklärung von Faschismus als politischer Ideologie, Bewegung, Herrschafts- und Praxisform in der globalen kapitalistischen Moderne. Faschismustheorie liefert keine direkte Anleitung für antifaschistische Strategie, aber ganz ohne theoretische Orientierung ist antifaschistische Strategiebildung wiederum auch nicht zu haben. Nur eins von vielen Problemen dabei ist, dass die Bezeichnung "Faschismus" innerhalb und außerhalb der politischen Linken häufig als reiner Kampfbegriff verwendet und dadurch entwertet wurde und wird. Die Veranstaltung soll versuchen, zumindest ein bisschen Klarheit in die begriffliche Verwirrung zu bringen.
Mathias Wörsching betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und schreibt Artikel und Aufsätze zum Thema (u.a. im "Antifaschistischen Infoblatt"/AIB). Ein Einführungsbuch von ihm erscheint bald in der Reihe "Theorie.org".

„Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa

Freitag, 14. Oktober, 20:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa
Die extreme Rechte weltweit arbeitet immer mehr grenzübergreifend zusammen. Der Vortrag stellt die Frage ob es so etwas wie eine braune Internationale gibt und wo die ideologischen Grundlagen für eine solche internationale Kooperationen von Nationalisten liegen. Dazu beleuchtet er die grenzübergreifende Zusammenarbeit von extrem rechten Parteien und Organisationen wie Blood&Honour und die Hammerskins. Neben gemeinsamen Bezugspunkten gibt es aber auch allerlei Hindernisse, die erwähnt werden. Schwerpunkte des Vortrages sind außerdem die „Außenpolitik“ von extrem rechten Parteien aus Deutschland (AfD, NPD, Pro-Bewegung), (Zweck-)Bündnisse der extrem Rechten mit Islamisten und autoritären Regimen (Iran, Irak, Lybien) und die Versuche der Verständigung der Eurorechten auf EU-Ebene.
Lucius Teidelbaum, Jahrgang 1984, ist freier Journalist, Publizist und Rechercheur zum Thema extreme Rechte und anliegende Grauzonen. Von ihm erschienen u.a. im Unrast-Verlag zwei Bücher zu den Themen „Braunzone Bundeswehr. `Rechtsum´ in der Männertruppe“ (2012) und „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus“ (2013). Derzeit sitzt er an einem dritten Büchlein zum Thema PEGIDA.

"Ja, das ist Heidegger" (Björn Höcke) - Die Philosophie von AfD & Co. im Kontext

Freitag, 11. November, 20:00 Uhr: "Ja, das ist Heidegger" (Björn Höcke) - Die Philosophie von AfD & Co. im Kontext"
In den Denkpanzern der „Alternative für Deutschland“ wird gerade eifrig daran geschraubt, der Partei ein solides ideologisches Fundament zu verleihen. Die Programmatiker der Bewegung bedienen sich dabei altbewährten Inventars aus der Mottenkiste der „konservativen Revolution“, derjenigen ideologischen Schule der Zwischenkriegszeit (der u. a. Heidegger, Jünger und Schmitt zugerechnet werden), die gedanklich dem Nationalsozialismus die Schneise schlug. Jenseits üblicher moralischer Denunziationen will dieser Vortrag die Verbindungslinien zwischen AfD-Ideologie und „konservativer Revolution“ konkret aufzeigen und versuchen, eine philosophische Kritik daran zu artikulieren. Im Kern wird es um die Frage gehen, welche Rolle der Emotion im Politischen zukommen sollte.
Paul Stephan (M.A.) beendete kürzlich sein Studium der Philosophie, Germanistik und Soziologie in Frankfurt a. M. Er bereitet nun ein Dissertationsprojekt über den Begriff der Authentizität bei Kierkegaard, Stirner und Nietzsche vor.

!!!Terminänderung!!! Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA !!!Terminänderung!!!

Terminänderung auf den
Freitag, 25. November, 19:00: Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA
Im letzten Jahrzehnt prosperierten in Europa nationalliberale Parteien und Strömungen. Vorgeblich werden westliche Werte wie Wahlrecht, Frauenrechte und Religionsfreiheit gegen Bedrohungen von außen verteidigt.
Während sie auf den Tugendterror der Islamisten nur die Abschiebung als Antwort haben, konzentrieren sich die Bewegungen auf die Etablierung als Anti-Parteien, als prospektive Massenbewegung. Die Vordenker der Bewegung verfahren nach Lehrbüchern der faschistischen Propaganda: Integration in die Masse, sadistische Phantasien, autoritäres Strafbedürfnis. An Filmmaterial von PEGIDA-Rednern werden Techniken der faschistischen Propaganda nach Kracauer, Horkheimer und Adorno analysiert, daneben die Realität der Migration differenziert.
Felix Riedel arbeitet als Ethnologe u.a. zu Gewaltanthropologie, Hexenjagden, Antisemitismus und Rassismus. Weiteres auf felixriedel.net und nichtidentisches.de.

Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern

Freitag, 9. Dezember, 20:00 Uhr: Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern
Robert Andreasch, freier Journalist und Mitarbeiter der „Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München“ (a.i.d.a.) nimmt uns mit auf eine Tour in die regionale, radikale Rechte, zeigt Inhalte, Akteurinnen und Akteure:
Brandanschläge und Gewaltdelikte gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte nehmen hier genauso zu wie rassistische Mobilisierungen, in vielen Gemeinden organisieren Bürgerinnen und Bürger Kampagnen gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. „Pegida“-Aufmärsche in München und Nürnberg finden in einer hartnäckigen Kontinuität statt, Neonazis tanken Selbstbewusstsein und die AfD tritt mit rassistischer Hetze und homophober Agitation auf. Doch wie agiert eine radikale Rechte in einem Bundesland, in dem auch der Ministerpräsident „bis zur letzten Patrone“ gegen Zuwanderung kämpft? Robert Andreasch arbeitet als Journalist über die radikale Rechte in Bayern. Seine Recherchen, Fotos, Texte und Beiträge erscheinen in bekannten Medien und Fachpublikationen. Hochschulen und Bildungseinrichtungen laden ihn regelmäßig zu Vorträgen ein; der NSU-Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags befragte ihn im vergangenen Jahr als Experten für rechten Terror und dessen Konzepte.