Freitag

Sonntag 26. März 18 Uhr: Film "Das ist unser Haus"

Gemeineigentum - Selbstorganisation - Solidarität

Zwischenzeitlich ist eine Netzwerkstruktur von mehr als 100 Hausprojekten in Stadt und Land entstanden, um die Wohnungsfrage nach anderen Werten zu organisieren. Finanzschwache Gruppen können sich mit der Solidarität anderer ermächtigen und so bezahlbare Räume sichern. Deshalb wächst in immer mehr Köpfen das Interesse an dieser wichtigen Initiative aus der Zivilgesellschaft.
Die Mietshäusersynikat GmbH
Im 65 minütigen Film „Das ist unser Haus!” erläutern Akteure des Mietshäuser Syndikats das Modell der kollektiven Raumaneignung und präsentieren vielseitige Projekte in unterschiedlichen räumlichen Kontexten. Die Zuschauer werden motiviert, eigene Projekte im stabilen solidarischen Verbund des Mietshäuser Syndikats zu starten.
Der über Crowdfunding finanzierte Infofilm ist für alle, die ihre Stadt zurückerobern wollen, die ein mehr an bezahlbarem Lebens- und Arbeitsräumen wünschen, an Möglichkeiten für die Verwirklichung von Freiräumen interessiert sind und mehr Recht auf Stadt fordern
Es geht auch um den solidarischen Verbund des Mietshäuser Syndikats und damit auch um über 110 Projekte deutschlandweit, die aus ihren Visionen Projekte werden ließen. Eines dieser Projekte ist der Unser Haus e.V. aus Augsburg.
In Augsburg am Katzenstadel wurde das Syndikat aktiv und arbeitet an dem Traum vom selbstbestimmten Wohnen. Vom unabhängig sein vom Vermieter und vom Mietwahnsinn.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Beginn des Films um 18:30, anschließende Diskussion mit den Aktiven vom augsburger Hausprojekt "Unser Haus e.V."

Montag

Familienvater, Lehrer, AfD-Stadtrat - (K)ein Normalfall?!

Welchen Gedanken (oder ob überhaupt) die Redakteur*innen des Magazins "Augsburg direkt" sich darüber gemacht haben, die Stadtratsfraktion der Alternative für Deutschland als ganz normale Partei darzustellen, lässt das Gefühl von Entsetzen und Wut zurück.
Entsetzen darüber, dass der von der AfD proklamierte Rassismus, Sexiusmus und Sozialchauvinismus keinesfalls zum Normallfall erklären werden darf.

Die Partei, die vorgibt die Alternative zu sein, die die Stimme der Wahrheit zu sein glaubt, ist der parlamentarische Arm der Pegidabewegung und verstärkt den ohnehin schon in allen Gesellschaftsschichten präsenten Rassismus. Offensichtliche Wahrheiten und Fakten spielen für AfD keine Rolle, wie die jüngste Affäre um die angebliche Reisewarnung nach Schweden zeigt.

Um so schlimmer ist, der rechten Propaganda ein gutbürgerliches Gesicht zu geben, den netten Familienmenschen und Förderschullehrer zu präsentieren, der sich unablässig um die Belange der eigenen Partei bemüht. "Wie rührend?"
Aber nicht doch, damit machen sich die Herausgeber der "Augsburger Allgemeinen - Online" mitschuldig, der neurechter Hetze, am Aufheizen und Aufhetzen gegen Geflüchtete und drehen mit am Rad der Normalisierung der AfD und dem Verbreiten von "alternativen Fakten", "Fake News" oder wie man schlicht sagen würden: Lügen.

Die AfD ist keine normale Partei. Rassismus, der sich in Ausgrenzung nach offensichtlichen oder zugeschriebenen Merkmalen und die neoliberale Denkweise der Verwertungbarkeitslogik zeigen, werden niemals massentauglich werden. Dass es zum Sozialabbau, der Abschottung der Grenzen, eines brutalen Abschiebesystems und Umverteilung von unten nach oben, nicht der AfD bedarf, wissen im Grunde viele Mitmenschen, die aus Unzufriedenheit mit der neuliberalen Politik der Nullerjahre unzufrieden sind. Naiv ist es jedoch zu glauben, die AfD würde eine soziale Politik machen. Der genaue Blick ins Parteiprogramm zeigt, dass genau das Gegenteil zu erwarten ist: Einschränkungen und Privatisierung von Sozialleistungen, Erhöhung des Drucks auf Arbeitnehmer*innen, Politik nach dem Motto "Deutsche zuerst!" statt "Politik für den Menschen!"

Fallen Sie nicht drauf rein!
Lassen Sie auch von der Augsburger Allgemeinen keine rassistische Partei, als Alternative und schon garnicht den gutbürgerlichen Normalfall darstellen, sondern argumentieren und handeln Sie entscheiden gegen neurechte Bewegungen! #keinealternative

Dienstag

Veranstaltungshinweis "Zapfenstreich" 20. Februar - Weiße Lamm

Ein Aussteiger aus der Neonazi-Szene berichtet am 20.02. ab 19 Uhr im Weißen Lamm. Felix Benneckenstein berichtet außerdem über seine Bemühungen beim Aufbau der Aussteigerhilfe Bayern.
Kommt vorbei könnte ganz interessant werden, weitere Informationen unter: http://www.stadtzeitung.de/augsburg-city/lokales/ausstieg-aus-der-neonaziszene-bericht-eines-ex-neonazis-d21173.html

Sonntag

Die radikale Rechte in Bayern - Ein Beitrag von Robert Andreasch

Da aus organisatorischen Gründen es keinen Mitschnitt vom Vortrag "Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern" gibt, sei auf einen sehr interessanten Artikel, von Robert Andreasch verwiesen, der auch wesentliche Inhalte des Vortrags nochmal zusammenfasst.
Der Artikel mit Titel "Widerstansschritte" ist auf dem AiDA-Archiv zu finden. Eine absolute Leseempfehlung!
Der Artikel von Robert Andreasch wurde zuerst in der Zeitschrift „Lernen aus der Geschichte“ (LaG) veröffentlicht, deren Ausgabe 9/2016 im November unter dem Thema „Extreme Rechte und Möglichkeiten präventiver Bildungsarbeit“ erschienen ist.
Die radikale Rechte in der Bundesrepublik, zwei Jahre nach dem ersten PEGIDA-Spaziergang in Dresden. Ein Ein- und Ausblick von Robert Andreasch, veröffentlicht in: „Lernen aus der Geschichte“, 9/2016.
20. Oktober 2014: Beim ersten PEGIDA - („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) Marsch laufen rund 350 Menschen durch Dresden, am 12. Januar 2015 gehen dort fast 20 000 rechte Akteur_innen und „Wutbürger_innen“ auf die Straße. 13. März 2016: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geben 23,1 Prozent der Wähler_innen ihre Stimme der „Alternative für Deutschland“ (AfD).
Das Reservoir derjenigen, die aktiv auf der Straße oder bei Wahlen für eine radikal rechte Politik eintreten, speist sich aus der Vielzahl von Menschen, die hier diesbezügliche Einstellungen teilen. Die „Leipziger Mitte-Studie 2016“ zeigt deutlich, wie groß der fruchtbare Nährboden beispielsweise für rassistische oder homophobe Propaganda ist: 41,4 Prozent der Befragten gaben an, Muslimen solle die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. 40,1 Prozent halten es für „ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen“ (Decker, Kiess, Brähler 2016).
Kittthemen
Die radikale Rechte in der Bundesrepublik ist eine ausdifferenzierte, dynamische, manchmal auch widersprüchliche Bewegung. Was sie aber eint, und das gilt für die „Alternative für Deutschland" bis zur neonazistischen Szene, für flüchtlingsfeindliche Bürgerinitiativen bis zu rechtsterroristischen Netzwerken gleichermaßen, sind die aufgegriffenen Thematiken. Das ist aktuell in erster Linie der auch in größeren Teilen der Bevölkerung geteilte, rassistische Hass auf Geflüchtete. Daneben haben sich auch die Abwertung Homosexueller, das Propagieren strikter Zweigeschlechtlichkeit oder das Einfordern stärkerer „nationaler Souveränität“ als „Kittthemen“ herausgeschält. Themen, die nicht nur die rechten Organisationen untereinander verbinden, sondern helfen sollen, die Kluft zwischen der radikalen Rechten einerseits und der Bevölkerung andererseits zu überbrücken.
Dramatisierung
Die Bewegung von rechts eint der Wunsch nach einem grundlegenden Wandel in der Bundesrepublik. Die herkömmlichen politischen Akteur_innen sowie zunehmend auch Journalist_innen und Kulturschaffende werden als schädlich wahrgenommen („Volksverräter!“). Man inszeniert sich als Fundamentalopposition gegen das „System" („Merkel muss weg!“, „Nationaler Widerstand!“) und wähnt sich - in der apokalyptischen Übertreibung, die der deutschen Rechten seit jeher eigen ist - kurz vor dem „Bürgerkrieg" gegen die als die „Anderen“ konstruierten Feinde. Das unablässig selbst geschürte Gefühl einer angeblichen Bedrohung verschafft der rechten Bewegung schließlich eine kollektive Identität. Man führt den völkischen Kampf gegen den angeblichen „großen Austausch" der deutschen Bevölkerung oder zieht in den Kulturkampf gegen „Islamisierung“ und „Genderwahn“. Dass man das eigene, aggressive Handeln als „Widerstand“ oder „Selbstverteidigung“ darstellen kann, scheint dabei besonders attraktiv zu sein.
Protest
Vielleicht ist das alles gar nicht so neu. Weil die Gesellschaft aber nach rechts gerückt ist, ergeben sich für die radikale Rechte plötzlich mehr Spielräume und Handlungsmöglichkeiten. An mehr und mehr Orten trifft gewissermaßen ein rechtes Angebot nun auf eine Nachfrage. Nachdem ein rassistischer und antifeministischer Mob schon seit längerem in den sozialen Netzwerken oder den Kommentarspalten deutscher Tageszeitungen die Sau rauslässt, tritt die Bewegung von rechts nun mit unterschiedlichen Formen des Protests auch auf die Straße; versucht mit Infoständen, Kundgebungen, Aufmärschen und Patrouillen den öffentlichen Raum zu besetzen. Immer wieder kommt es dabei zu Angriffen auf Gegendemonstrant_innen oder Medienvertreter_innen. Die Teilnehmer_innen rassistischer Märsche vollziehen ihr „Freund-Feind“-Denken gewissermaßen auch formal: Um uns herum stehen nur Feinde; nur wir Versammelten folgen dem gesunden Menschenverstand; und weil wir das Volk sind, haben wir Recht. Für Argumente, Diskussion und Reflektion gibt es hier keine Chance. Nein, jetzt und sofort soll der behauptete „Bürgerwille“ (Grenzen schließen, Politiker_innen verhaften etc.) - unabhängig von institutionellen und legislativen Vorgaben - umgesetzt werden. Der „Protest“ und „Widerstand" von Bürger_innen ist hier zu einem komplett antidemokratischen Projekt geworden.
Organisationen
Es sind nicht mehr die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) oder ihre Konkurrenzparteien „Der dritte Weg“ und „Die Rechte“, die die Spitze der Bewegung bilden. Die Anhänger_innen neonazistischer Gruppen machen jedoch die Erfahrung, dass sie bei rassistischen Versammlungen oft selbstverständlich geduldet oder sogar eingebunden werden. Neonazis schließen sich mancherorts in männerbündischen „Bruderschaften“ und Hooligan-Bündnissen zusammen, die „Identitäre Bewegung“ versucht sich als attraktive, antimoderne Jugendopposition zu inszenieren. Versammlungen radikal rechter Initiativen wie PEGIDA dienen dann als Sammelbecken für die Akteur_innen der unterschiedlichen rassistischen Spektren, die sogenannten „Demos für Alle“ erfüllen den Zweck entsprechend für Homophobe und Antifeminist_innen. Als „Bewegungspartei“ gilt zunehmend die AfD. Viele ihrer Führungsfiguren versuchen, mit völkischer Hetze und reaktionärer Aufstandsrhetorik gegen die „etablierte Politik“ das Koordinatensystem noch weiter nach rechts zu verschieben.
Strategien
Neben den oft situativen, lokalen Mobilisierungen („Nein zum Heim!“) kann man in der radikalen Rechten auch die gezielte Entwicklung längerfristiger Strategien beobachten. Mit der Gründung der sogenannten „Bürgerinitiative Ein Prozent“ beispielsweise erhoffen sich rechte Aktivist_innen, zukünftig über einen finanziellen und organisatorischen Unterbau in Größe und Diskursmacht etwa von „Greenpeace“ zu verfügen. Für „Ein Prozent“ verfasste der bekannte neurechte Vordenker und PEGIDA Redner Götz Kubitschek vom sogenannten „Institut für Staatspolitik“ im sachsen-anhaltinischen Schnellroda im Herbst 2015 sogenannte „Widerstandsschritte“ - Handlungsanweisungen für die radikale Rechte in der aktuellen Situation. Grenzaktionen und „Massendemonstrationen“ à la PEGIDA waren die ersten Kapitel, später ging es dann um Straßenblockaden („um Asyltransporte an der Weiterfahrt zu hindern“) und - in einem Gastbeitrag - um „Spontandemonstrationen“, die bewusst nicht mehr bei den Behörden angemeldet werden. Der Chef der „Identitären Bewegung Österreich“, Martin Sellner (Wien), empfahl in einem Interview mit dem rassistischen „Compact“-Magazin im September 2016 der deutschen Rechten eine „Zuspitzung“ durch eine „Maidanisierung“, das heißt eine „Besetzung öffentlicher Räume durch die Opposition nach dem Vorbild der ukrainischen Hauptstadt im Winter 2013/2014“. In einem programmatischen Text „Wir werden Handeln“ rief wiederum Kubitschek im August 2016 seine Anhänger_innen auf, keinen Wert mehr auf „politische Klugheit“ zu legen. Von nun an sei ein offensives „Handeln“ das Maß aller Dinge: „Störe die Ordnung, um die Ordnung zu bewahren“.
Selbstermächtigung und Gewalt
Was heißt das, wenn ausgerechnet die staatsfixierte deutsche Rechte dazu aufruft, die Ordnung zu stören? Ihre Akteur_innen wollen offensichtlich „das Recht“ in die eigene Hand nehmen, um ihre eigenen Ordnungsvorstellungen durchzusetzen - was sie von den Behörden nicht mehr erwarten. Der Soziologe Matthias Quent hat am Beispiel rechter „Bürgerwehren“ darauf hingewiesen, dass hier ein „vigilantistischer“ Teil der Bewegung hervortritt, der sich selbst ermächtigt, unter Verletzung der Gesetze gegen Minderheiten vorzugehen. Die Gewalttäter_innen konstruierten „Ausnahmesituationen, aufgrund derer sie vermeintlich gezwungen sind, Gewalt bis hin zu Morden auszuüben“ (Quent 2016). Diese „Selbstermächtigung“ durchzieht längst die gesamte soziale Bewegung von rechts: Rassist_innen nehmen sich das Recht heraus, Menschen aus völkisch-nationalistischen Gründen zu diskriminieren. Aufgeheizte Wutbürger_innen übersetzen ihren Frust und ihren Hass zunehmend in politisches Handeln. Rassist_innen ermächtigen sich, Geflüchtete und ihre Unterkünfte anzugreifen. Im Jahr 2015 zählten allein die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in den neuen Bundesländern, Berlin und Nordrhein-Westfalen über 1.700 rechte Gewalttaten mit über 2.000 direkt Betroffenen.
Ausblick
Das lässt für die kommende Zeit nichts Gutes erwarten. Vermutlich wird es bei der „sozialen Bewegung von rechts“ nach der zu beobachtenden Phase des Aufschwungs auch zu Abschwüngen und Phasen der Stagnation kommen. Doch das Gefühl eines eventuellen Scheiterns wird bei den militanten rechten Akteur_innen - genauso wie das gegenteilige Gefühl einer zunehmenden Unterstützung aus der Bevölkerung - letztlich zu einer weiteren Radikalisierung führen. Schon einmal, das könnte man aus den Jahren vor und nach dem sogenannten „Asylkompromiss“ zwischen SPD und CSU 1992/1993 lernen, hat in einem rassistischen Klima ein Wechselspiel zwischen neonazistischer Gewalt bzw. Brandanschlägen auf Geflüchtetenunterkünfte einerseits und rassistischen Entscheidungen der Politik andererseits die Entstehung neonazistischer Terrorstrukturen wie dem späteren NSU-Netzwerk befördert.

Donnerstag

Faschingstreiben am Freitag den 24. Februar

Kollaria, der Fasching is da!

Wir laden zum lustigen Vereinsabend ab 21 Uhr - pünktlich zur fünften Jahreszeit bitten DJane Domenica und DJ Alte Socke am rußigen Freitag zum Tanz.

Smoothe musikalische Untermalung, festlich geschmückter Raum und umgängliche Menschen bieten Gelegenheit zum Entspannen in geselliger Atmosphäre. Dementsprechende (Ver)Kleidung ist erwünscht, jedoch selbstverständlich keine unbedingte Voraussetzung.

Freitag

Abschiebungen verhindern - Refugees Welcome

Pouya hat unter dem Druck einer Wiedereinreisesperre "freiwillig" Deutschland verlassen und versteckt sich seitdem vor den Taliban in Kabul.
Neben Pouya werden Woche für Woche weitere Menschen in die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit unter Zwang nach Afghanistan abgeschoben.
Was wir von Abschiebungen und menschenfeindlichen Asylpolitik halten, haben wir versucht in einer Transpi-Aktion auszudrücken.






Refugees Welcome!
Stop Deportation!


Donnerstag

Und auch die Rote-Hilfe ordnet das NPD-Verbot auch historisch in den Kontext des KPD-Verbots von 1956 ein und schreibt unter "Mit zweierlei Maß – zum gescheiterten NPD-Verbot"

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 17.01.2017 die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) zwar als verfassungsfeindlich eingestuft, sie aber nicht verboten. Zu unbedeutend sei die Partei, so die Begründung dafür.
Zu gering sei ihre Wirkungsmacht,so das BVG und bezieht sich hierbei auf die Wahlergebnisse der Neonazi-Partei. Zugleich wird die Bedeutung der NPD als Stichwortgeber sowie organisatorisches Rückgrad im braunen Netzwerkes bagatellisiert. Gleiches gilt für die Verstrickung zahlreicher NPD-Funktionäre in gewaltätige Übergriffe gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte.
Damit geht das fragwürdige Urteil mit dem zunehmenden Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft konform. Rechtes Gedankengut sei zwar gefährlich, aber offensichtlich nicht so gefährlich, dass eine Partei mit „Wesensverwandtschaft zur NSDAP“ verboten werden kann.

Deutlich wird zudem wieder einmal, dass in der Rechtsprechung der Bundesrepublik Deutschland mit zweierlei Maß gemessen wird: Für das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) reichte 1956 bereits deren angebliche „aggressiv-kämpferische Grundhaltung“ und ihre marxistisch-leninistische Orientierung aus. Hierbei handelt es sich um ein bis heute nicht revidiertes Urteil, mit dem zumindest theoretisch alle Organisationen, die sich auf die KPD beziehen oder deren Nachfolge in Anspruch nehmen, verboten werden könnten. Dass dies auch heute noch praktische Folgen haben kann, musste vor rund eineinhalb Jahren eine Gruppe der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in München erfahren, als sie mit bezug auf eben jenes Verbot mit Razzien und Verfahren konfrontiert wurden.

Auch die Verbote gegen linke Parteien aus der Türkei, die sich gegen die Errichtung einer Präsidialdiktatur und den Krieg des AKP-Regimes gegen die kurdische Bevölkerung zur Wehr setzen, haben weiterhin Bestand. So sind zahlreiche Aktivist*innen aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) oder der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) inhaftiert. In München läuft derweil der größte Kommunisten-Prozess seit Jahrzehnten gegen zehn vermeintliche Mitglieder der Kommunistischen Partei der Türkei/Marxistisch-Leninistisch.
Hier wird der Gesinnungsparagraf 129b (Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung) bemüht, um die linke Exilopposition zu schwächen.

Unterdessen dürften die NPD und weitere Neonazi-Parteien das gestrige Urteil als Freibrief für ihre menschenverachtende Hetze begreifen.

Das seit Langem erwartete Urteil ist ein schwerer Schlag für alle Opfer rechter Gewalt und alle Verbände und Einzelpersonen, die sich gegen Rechts engagieren.Doch es gibt auch Anlass die antifaschistischen Aktivitäten zu verstärken, war doch auch vorher die einhellige Meinung der antifaschistischen Bewegung, dass mit einem Verbot allein der Neofaschismus  nicht zu besiegen ist. Hierfür wird es weiterhin kontinuierliche Erinnerungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie vielfältige Aktionen gegen das öffentliche Auftreten rechter Gruppierungen geben müssen.

Die Rote Hilfe e.V. unterstützt das aktive Engagement gegen Rassismus und Neonazismus und ist solidarisch mit allen, die aufgrund ihrer Aktivitäten gegen Rechts kriminalisiert werden.

Heiko Lange
für den Bundesvorstand Rote Hilfe e.V.

Zum NPD-Verbotsverfahren - VVN

Das Bundesverfassungsgericht entschied am 17.01.2017 kein Parteiverbot für die NPD auszusprechen.
Hierzu seien zwei lesenswerte Stellungnahmen empfohlen:
Die VVN schreibt hier am selben Tag "Versagt vor der Geschichte - Zum NPD-Verbotsurteil"

An allen Gedenktagen an die Opfer des NS-Regimes, so sicher auch am bevorstehenden 27. Januar, werden von den politisch Verantwortlichen in Deutschland Reden gehalten in denen man die Verbrechen des deutschen Faschismus benennt und ein „Nie wieder!“ verspricht.

Aber wenn es darauf ankommt die Konsequenzen aus den Millionen Opfern dieses verbrecherischen Regimes zu ziehen und zwar die allereinfachste und naheliegendste, nämlich dass die dafür verantwortlichen politischen Kräfte nie Gelegenheit erhalten dürfen einen erneuten Anlauf zur Errichtung eines ähnlichen menschenfeindlichen Regimes zu errichten, wird versagt.

Es wird aber nicht einfach aus Unvermögen, sondern, wenn man das Anti-Verbots- Trommelfeuer der letzten Monate in Politik und Medien betrachtet, es wird vorsätzlich versagt.
Eine neo-nationalsozialistische Partei soll es in Deutschland geben dürfen, das ist die Quintessenz all dieser Aktivitäten.

Zu den historischen Verbrechen des deutschen Faschismus gehören auch die knapp 200 Toten seit 1990 und die rassistischen Mobilisierungen der letzten zwei Jahre bei denen die NPD eine wesentliche Rolle gespielt hat. Sie hat Strukturen, Ideologie und hasserfüllte Parolen zur Verfügung gestellt, was sogar noch aus Steuermitteln finanziert wird. Das macht deutlich, dass von der NPD Gefahr ausgeht unabhängig davon, ob sie in Parlamenten sitzt oder nicht.
Außerdem wurde vorsätzlich darauf verzichtet, dem völkischen Nationalismus wie er auch durch die AfD vertreten wird, einen Riegel vorzuschieben.
Dazu sagen wir Nein: Faschismus gehört verboten, weil er keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen. Die NPD hat, ebenso wie andere faschistische Gruppierungen keinen Anspruch auf Legalität.

An dieser Lehre der Geschichte halten wir fest.

Cornelia Kerth

Bundesvorsitzende
Karlsruhe, 17.01.17

http://vvn-bda.de/versagt-vor-der-geschichte-zum-npd-verbotsurteil/http://vvn-bda.de/versagt-vor-der-geschichte-zum-npd-verbotsurteil/

Mittwoch

MHP und Graue Wölfe im Reesetheater am 21.01.2017

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass eine türkisch-faschistische Gruppierung die der MHP und den sog. "Grauen Wölfen" nahesteht, für eine Veranstaltung das Reese-Theater gemietet hatte. Die Buchung blieb beim Kulturpark deshalb lange Zeit unentdeckt, weil für das Theaterstück der unverfängliche erscheinende Name eines türkischen Idealistenvereins genutzt hatte. Dennoch fiel dies einer kritischen Öffentlichkeit am Donnerstag der vergangenen Woche auf und weite Teile der Augsburger Stadtgesellschaft artikulierten Ihren Unmut, einer faschistischen Organisation die Räumlichkeiten in einer ansonsten bei der alternativen Szene beliebten Lokalität zur Verfügung zu stellen.
Der Eigentümer in Gestalt der Kulturpark West GmbH vergab die Chance, den Mietvertrag kurzfristig zu kündigen und damit ein Zeichen Faschismus zu setzen. Das Repertoire an Möglichkeiten als Eigentümer wäre ein breites gewesen und selbst für ein potentielles Risiko eines Rechtsstreits wäre die alternative Szene in Augsburg solidarisch zum Kulturpark gestanden.

Wir verurteilen entschieden jeden Form des Faschismus und sind stinksauer, dass die Grauen Wölfe nun schon zum vierten Mal in Augsburg politische Gegner einschüchterte, türkische Mitbürger als Volksverräter beschimpfte und ihre Vision von einem großtürkischen Reich vom Balkan bis nach Asien verbreiten konnte.
Der Umstand, dass dem Kulturpark die tatsächlichen Nutzer des Reesetheaters verschwiegen wurden und deshalb die Anmietung möglich war, sei dem KuPa nachzusehen. Spätestens jedoch ab Bekanntwerden, wer sich eingemietet hat, gibt's keine Entschuldigungen mehr. Mehr als zwei Werktage wären genug Zeit gewesen um eine juristisch wasserdichte Lösung zu finden, den Idealisten abzusagen. Das zu unterlassen, ist ein folgenschweres Signal und bleibt hoffentlich ein Einzelfall.

Nie wieder Faschismus!

Auf www.augsburg.de: http://www.augsburg.de/presse-medien/pressemitteilungen/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3867&cHash=ec47cecb9738711061b914cdaba88dee
Die AZ schrieb:
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadt-distanziert-sich-von-ultranationaler-tuerkischer-Auffuehrung-id40260677.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Tuerkische-Nationalisten-im-Reese-Theater-id40263292.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadt-verurteilt-Theaterstueck-von-ultranationalen-Tuerken-id40280727.html

Dienstag

Vokütreffen am 26. Januar um 18:00

Am kommenden Donnerstag, den 26. Januar findet um 18 Uhr ein Vokü-Treffen
statt. Besprochen wird, wie's weitergeht, Teams neueingeteilt usw. Die Vokü wie alles andere was in der Bäckerei stattfindet, gibt's deshalb weil Leute den Gedanken der Selbstverwaltung verstanden haben und praktizieren. Läuft bei uns? Nur solange es bei Dir läuft; Damit die Vokü weiterhin leckeres Essen zaubern kann, braucht's helfende Hände, denn: "Kampf beginnt am Herd"