Donnerstag

Vortrag: NSU-Prozess

Diesen Freitag den 22. September gibt es um 19:30 einen kurzfristigen, aber sehr spannenden Vortrag zum NSU-Prozess:

Zwischen 1999 bis 2011 beging der NSU drei Bombenanschläge und zehn Morde, darunter neun an migrantischen Kleinunternehmern, sowie zahlreiche Banküberfälle. Erst im Jahr 2011 enttarnte sich die nationalsozialistische Terrorgruppe durch den Selbstmord von Böhnhart und Mundlos selbst. Zwar war der NSU das Werk von militanten Neonazis, ohne die Verwicklungen des Verfassungsschutzes, den Rassismus in Polizei und Gesellschaft hätte es ihn jedoch nie in dieser Form gegeben. 
Es gilt daher jene Faktoren zu analysieren, die dazu geführt haben, dass der NSU seine neonazistischen Terrorakte begehen konnte. Inwieweit bestehen die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den NSU möglich gemacht haben, auch nach dessen Auffliegen fort? 
Außerdem soll es dem Vortrag um offene Fragen, den Prozess und die Aktionen am Tag der Urteilsverkündung gehen.


Los geht's um 19:30, Eintritt wie immer frei, Spenden erwünscht.

Mittwoch

Memory off switch - Der Audio-Walk



In einem unserer letzten Plena wurde eine sehr interessante Veranstaltung an uns herangetragen, die wir nun gerne an euch weitergeben: "Memory off switch - Der Audio Walk. Sei ein Augsburger und kenne deine Geschichte!"

Es geht um einen 10km langen Audio Walk, der an ein fast vergessenes Kapitel der Stadtgeschichte erinnern soll. Von Süden nach Norden, von Pfersee nach Haunstetten, von der Vergangenheit in die Zukunft und von der Verdrängung in die Erkenntnis wird dieser Weg gemeinsam begangen. Denn auch in Augsburg gab es mehrere Außenlager des KZ Dachau, deren Geschichten aber nur den wenigsten bekannt sind. Mit modernen Texten, Zeitzeugenberichten, Performances und kleinen Überraschungen wird dieser Weg begangen.

All dies wird organisiert von bluespots productions in Kooperation mit dem Künstler*innenkollektiv hannsjana, dem Kulturhaus abraxas und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.

Macht mit! Engagiert euch! Seid wach!

Wann? Sonntag, 30.07.2017 um 15 Uhr (Dauer ca. 3h)
Wo? Halle 116, Karl-Nolan-Str. 2-4, 86157 Augsburg
Eintritt frei!
Bringt Kopfhörer, Smartphone/MP3 Player, Wasser und bequeme Schuhe mit

Ab dem 30.07. ist der Audio-Walk dauerhaft unter bit.ly/memoryoffswitch verfügbar.

Montag

LEERSTELLEN: Augsburg - nazifrei?

Die nächste Veranstaltung unserer Reihe Leerstellen steht an: 
Augsburg - nazifrei?


 Es scheint fast so. Die Zeiten, in denen Nazis zu Hunderten kontinuierlich durch die schwäbische Stadt marschierten, sind wohl vorbei. Die großen rechten Demonstrationen anlässlich der „Augsburger Bombennächte“ bleiben seit 2011 aus. Die NPD bzw. die Bürgerinitiative Ausländerstopp kann in Augsburg kaum Menschen mobilisieren.  
Also keine antifaschistische Arbeit mehr notwendig?

Fernab großer Aufmärsche haben sich weitere rechte Strukturen etabliert, so existiert neben der Alternative für Deutschland und deren Jugendorganisation auch eine Basisgruppe der Identitären Bewegung. Zudem organisieren immer wieder türkische Faschist*innen aus dem Umfeld der „Grauen Wölfe“ Veranstaltungen und Kundgebungen mit regem Zulauf. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Strukturen, Inhalte und Akteur*innen rechter Organisationen in Augsburg. Das Recherche Team Augsburg durchleuchtet Zusammenhänge in der rechten Szene der Stadt. Es verfolgt und dokumentiert deren Entwicklung über längere Zeiträume und schafft so Grundlagen für antifaschistische Theorie und Praxis.

Dieser Vortrag findet am Freitag, den 28.07.2017 ab 19.30 Uhr
in der Ganzen Bäckerei Augsburg, Frauentorstr. 34


Kommet zahlreich!

Samstag

Soli-Party Freitag den 30. Juni für Esther

Hallo Ich bin Esther.
Ich studiere Grundschullehramt an der Uni Auxburg und hab mich tierisch über die illegale Anwesenheitspflicht, die es in den meisten Grundschulpädagogik-Seminaren gibt, aufgeregt. Ich wollte eigentlich nicht wieder zurück in die Grundschule. Weil unsere Dozierende das leider anders sehen, und auch auf mehrfachen Mailhinweise nicht reagiert haben, bin ich bunt vermummt in ein Seminar spaziert, um die Anwesenheitsliste zu klauen.
Dafür hab ich eine Anklage wegen Hausfriedensbruch bekommen. Mit Hausdurchsuchung und dem ganzen Pipapo. Der ganze Spaß hat mich 600€ gekostet. Ziemlich uncool für eine Anwesenheitsliste die gar nicht existieren darf. Und Hausfriedensbruch in einem Seminar in dem ich selbst eingeschrieben war.
Die Hälfte des Geldes hab ich schon von der Roten Hilfe e.V. bekommen. Für den Rest gibt’s noch eine Soli-Party! Wir feiern gemeisam und der Gewinn geht für meine Anwaltskosten drauf.
Kommet in Scharen!

Für alle die schon früh da sind, gibt's um 19:30 eine  Übersicht, was passiert ist, wie ich als komplett unerfahrene Aktivistin gefühlt habe und wie man's nächstes Mal besser macht.
Das fancy Video unserer Aktion

Die Antwort der Unileitung: Einberufung einer Arbeitsgruppe Gefahrenabwehr an der Uni. Bisher hat diese aber noch nicht getagt. Hierdie Rundmail der Unileitung, man könnte fast glauben, es ging um einenTerroranschlag

ICH FREU MICH AUF EUCH! ANWESENHEIT ist PFLICHT!
Ich führe auch eine Liste :D

Esther


Lust auf FREI-GETRÄNKE? Kein Problem bring einfach eine originale Anwesenheitsliste aus der Uni mit. :D

PS: Ihr habt selber Stress mit Anwesenheitslisten und -kontrollen.
Findet das entmündigend und doof? Dann informiert euch hier!

Montag

Vortragsreihe: Die Identitären - "Neue Rechte" in Bewegung?


 Am Freitag, 16. Juni 2017 ab 19.30 Uhr findet der zweite Vortrag der Veranstaltungsreihe "Leerstellen" in der Ganzen Bäckerei zum Thema der Identitären Bewegung statt.

Die extreme Rechte sieht in Deutschland auf den ersten Blick häufig recht alt aus. Doch hat sich jenseits von Hakenkreuzrittern eine „Neue Rechte“ herausgebildet. Nicht in Parteiform, sondern als Bewegung, Strömung und als Organisationsgeflecht im vorpolitischen Raum. Neueste Erscheinungsform sind die „Identitären“, seit 2012 ein Import aus Frankreich. Diese treten unter Parolen wie „Tanz die Reconquista!“ oder „Multikulti wegbassen!“ an, um das Abendland zu verteidigen. Sie inszenieren sich als jung und hip, bleiben dabei aber völkisch. Sie geben sich dabei als NPD-fern, anti-extremistisch und ihre Begleitmusik kommt von „Frei.Wild“. Diese neue Form der extremen Rechten soll kritisch betrachtet und geklärt werden wie gefährlich die „Identitären“ in Deutschland derzeit sind. Fragen und Diskussion im Anschluss sind gewünscht.
Der Referent Lucius Teidelbaum ist freier Journalist, Publizist und Rechercheur zum Thema extreme Rechte. Von ihm erschienen u.a. im Unrast-Verlag drei Bücher: „Braunzone Bundeswehr. `Rechtsum´ in der Männertruppe“ (2012), „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus“ (2013) und „PEGIDA. Die neue deutschnationale Welle auf der Straße“ (2016).

Das Thema ist wichtig - nicht nur weil diese "jugendliche"

rechtsradikale Gruppierung auch in Augsburg mehrfach aktiv geworden ist.

Treffen zum G20 Gipfel

Morgen, am 06.06.2017, findet um 18 Uhr ein Planungstreffen betrefflich der Fahrt nach Hamburg zum G20 Gipfel am 6./7./8. Juli statt. Der G20 Gipfel ist das Treffen der zwanzig wichtigsten Industrieländer - es sind sowohl deren Staats- und Regierungschefs als auch internationale Organisationen geladen. Gemeinsam stehen sie für Profitmaximierung, kapitalistische Ausbeutung, soziale Ausgrenzung und Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung, Krieg und Flucht. Deswegen wollen auch wir ein Zeichen dagegen setzen und werden bei den Protesten in Hamburg dabei sein. In dem Treffen wird es um Anfahrt, Organisation und ähnliches gehen. Interessierte sind eingeladen, zu kommen und mitzuwirken. Bis morgen!

Mittwoch

Neue Veranstaltungsreihe "Leerstellen"



Am 12. Mai beginnt die neue Veranstaltungsreihe „Leerstellen“ in der Ganzen Bäckerei.



Das ganze startet mit einem Vortrag von Alia Sembol zum türkisch-nationalistischen Kollektiv der "Grauen Wölfe" um 19:30 Uhr in der Ganzen Bäckerei.

Politikwissenschaftlerin Alia Sembol stellt die Vereine in den Fokus,
die ein rechtsextrem- völkisch, rassistisches Türkentum als Ziel
formulieren. Sie gibt einen Überblick über die „Türkischen”
Ultranationalist*innen in Bayern, ihre Organisationen, ihre
Struktur und Aktivitäten.
Diese Vereine haben sich besonders der Pflege der Kultur, Religion,
Bildung und Sport verschrieben, um ihren Größenwahn in der türkischen Community zu erweitern und Kinder und Jugendliche an eine ultranationalistische Ideologie zu binden. Eine Arbeit, die antidemokratisch, antisemitisch und vor allem auf Diskriminierung aufgebaut ist. 
Mit Großreichphantasien, Militarismus, Feindbildern und religiösen Selbstzuschreibungen versetzt. Durch thematisch vielseitige Angebote für alle Altersgruppen bauen die Vereine an einer vermeintlichen “türkische Identität in der Fremde”, dem „Europa Türkentum“.

Die Recherche zum türkischen Ultranationalismus und der Umgang mit dem Thema stehen in Bayern noch am Anfang. Doch diese Auseinandersetzung ist notwendig und deshalb kann sie nicht ohne einen Diskurs über alltäglichen Rassismus und Ausgrenzung geführt werden.
Rechtsextremismus, Rassismus und Sexismus sind Denk-, und Handlungssysteme, die sich in allen Teilen der heutigen Gesellschaften finden, so auch in den deutschen- und zugewanderten-Communities.


Dies ist die erste Veranstaltung in der aktuellen Reihe "Leerstellen".
Alle Vorträge sind kostenfrei und werden unterstützt durch die GEW Augsburg und den Kurt-Eisner-Verein / Rosa Luxemburg Stiftung.


Kommet zahlreich!

Freitag

Sonntag 26. März 18 Uhr: Film "Das ist unser Haus"

Gemeineigentum - Selbstorganisation - Solidarität

Zwischenzeitlich ist eine Netzwerkstruktur von mehr als 100 Hausprojekten in Stadt und Land entstanden, um die Wohnungsfrage nach anderen Werten zu organisieren. Finanzschwache Gruppen können sich mit der Solidarität anderer ermächtigen und so bezahlbare Räume sichern. Deshalb wächst in immer mehr Köpfen das Interesse an dieser wichtigen Initiative aus der Zivilgesellschaft.
Die Mietshäusersynikat GmbH
Im 65 minütigen Film „Das ist unser Haus!” erläutern Akteure des Mietshäuser Syndikats das Modell der kollektiven Raumaneignung und präsentieren vielseitige Projekte in unterschiedlichen räumlichen Kontexten. Die Zuschauer werden motiviert, eigene Projekte im stabilen solidarischen Verbund des Mietshäuser Syndikats zu starten.
Der über Crowdfunding finanzierte Infofilm ist für alle, die ihre Stadt zurückerobern wollen, die ein mehr an bezahlbarem Lebens- und Arbeitsräumen wünschen, an Möglichkeiten für die Verwirklichung von Freiräumen interessiert sind und mehr Recht auf Stadt fordern
Es geht auch um den solidarischen Verbund des Mietshäuser Syndikats und damit auch um über 110 Projekte deutschlandweit, die aus ihren Visionen Projekte werden ließen. Eines dieser Projekte ist der Unser Haus e.V. aus Augsburg.
In Augsburg am Katzenstadel wurde das Syndikat aktiv und arbeitet an dem Traum vom selbstbestimmten Wohnen. Vom unabhängig sein vom Vermieter und vom Mietwahnsinn.

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

Beginn des Films um 18:30, anschließende Diskussion mit den Aktiven vom augsburger Hausprojekt "Unser Haus e.V."

Montag

Familienvater, Lehrer, AfD-Stadtrat - (K)ein Normalfall?!

Welchen Gedanken (oder ob überhaupt) die Redakteur*innen des Magazins "Augsburg direkt" sich darüber gemacht haben, die Stadtratsfraktion der Alternative für Deutschland als ganz normale Partei darzustellen, lässt das Gefühl von Entsetzen und Wut zurück.
Entsetzen darüber, dass der von der AfD proklamierte Rassismus, Sexiusmus und Sozialchauvinismus keinesfalls zum Normallfall erklären werden darf.

Die Partei, die vorgibt die Alternative zu sein, die die Stimme der Wahrheit zu sein glaubt, ist der parlamentarische Arm der Pegidabewegung und verstärkt den ohnehin schon in allen Gesellschaftsschichten präsenten Rassismus. Offensichtliche Wahrheiten und Fakten spielen für AfD keine Rolle, wie die jüngste Affäre um die angebliche Reisewarnung nach Schweden zeigt.

Um so schlimmer ist, der rechten Propaganda ein gutbürgerliches Gesicht zu geben, den netten Familienmenschen und Förderschullehrer zu präsentieren, der sich unablässig um die Belange der eigenen Partei bemüht. "Wie rührend?"
Aber nicht doch, damit machen sich die Herausgeber der "Augsburger Allgemeinen - Online" mitschuldig, der neurechter Hetze, am Aufheizen und Aufhetzen gegen Geflüchtete und drehen mit am Rad der Normalisierung der AfD und dem Verbreiten von "alternativen Fakten", "Fake News" oder wie man schlicht sagen würden: Lügen.

Die AfD ist keine normale Partei. Rassismus, der sich in Ausgrenzung nach offensichtlichen oder zugeschriebenen Merkmalen und die neoliberale Denkweise der Verwertungbarkeitslogik zeigen, werden niemals massentauglich werden. Dass es zum Sozialabbau, der Abschottung der Grenzen, eines brutalen Abschiebesystems und Umverteilung von unten nach oben, nicht der AfD bedarf, wissen im Grunde viele Mitmenschen, die aus Unzufriedenheit mit der neuliberalen Politik der Nullerjahre unzufrieden sind. Naiv ist es jedoch zu glauben, die AfD würde eine soziale Politik machen. Der genaue Blick ins Parteiprogramm zeigt, dass genau das Gegenteil zu erwarten ist: Einschränkungen und Privatisierung von Sozialleistungen, Erhöhung des Drucks auf Arbeitnehmer*innen, Politik nach dem Motto "Deutsche zuerst!" statt "Politik für den Menschen!"

Fallen Sie nicht drauf rein!
Lassen Sie auch von der Augsburger Allgemeinen keine rassistische Partei, als Alternative und schon garnicht den gutbürgerlichen Normalfall darstellen, sondern argumentieren und handeln Sie entscheiden gegen neurechte Bewegungen! #keinealternative

Dienstag

Veranstaltungshinweis "Zapfenstreich" 20. Februar - Weiße Lamm

Ein Aussteiger aus der Neonazi-Szene berichtet am 20.02. ab 19 Uhr im Weißen Lamm. Felix Benneckenstein berichtet außerdem über seine Bemühungen beim Aufbau der Aussteigerhilfe Bayern.
Kommt vorbei könnte ganz interessant werden, weitere Informationen unter: http://www.stadtzeitung.de/augsburg-city/lokales/ausstieg-aus-der-neonaziszene-bericht-eines-ex-neonazis-d21173.html